Wer ins Ausland reist, sollte sich frühzeitig über notwendige oder empfohlene Impfungen und Vorsorgemaßnahmen informieren. Die Apotheke ist eine wichtige und leicht erreichbare Anlaufstelle für reisemedizinische Beratung und kann Ihnen helfen, Ihren Impfstatus zu überprüfen und die passende Reiseapotheke zusammenzustellen.
Impfpass überprüfen – wann zuletzt geschaut?
Vor jeder Reise ist der ideale Zeitpunkt, um den Impfstatus zu überprüfen. Viele Menschen wissen nicht, wann ihre letzten Auffrischimpfungen waren. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt regelmäßige Auffrischimpfungen gegen Tetanus und Diphtherie (alle 10 Jahre) sowie gegen Keuchhusten (einmalig als Erwachsener). Auch der Masern-, Mumps- und Rötelnschutz (MMR) sollte überprüft werden – seit 2020 gilt in Deutschland eine Masernimpfpflicht für bestimmte Einrichtungen.
Reisespezifische Impfungen
Je nach Reiseziel, Reisestil und individuellem Gesundheitszustand sind weitere Impfungen empfohlen oder sogar gesetzlich vorgeschrieben:
- Hepatitis A: Empfohlen für fast alle Reisen in Länder mit niedrigem hygienischem Standard – sehr effektiver Schutz
- Hepatitis B: Empfohlen bei möglichem Blutkontakt, bei medizinischem Personal und für Langzeitreisende
- Typhus: Bei Reisen in Gebiete mit schlechter Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene
- Gelbfieber: Pflichtimpfung für die Einreise in bestimmte afrikanische und südamerikanische Länder; Impfung nur in zugelassenen Impfstellen
- Meningokokken: Für Reisen in den "Meningitis-Gürtel" Afrikas und für die Hadsch-Pilgerfahrt
- Japanische Enzephalitis: Bei Langzeitaufenthalten in ländlichen Regionen Asiens
- Tollwut: Präventiv empfohlen bei Reisen in entlegene Gebiete oder bei berufsbedingt erhöhtem Kontakt mit Tieren
- FSME (Zeckenenzephalitis): Für Risikogebiete in Deutschland, Österreich und Teilen Osteuropas
Malaria – Prophylaxe und Schutzmaßnahmen
In vielen tropischen und subtropischen Ländern ist Malaria ein ernstes Reiserisiko. Je nach Risikogebiet (WHO-Risikoklassen 0–3) und individuellem Gesundheitszustand kann eine medikamentöse Malariaprophylaxe sinnvoll oder sogar dringend empfohlen sein. Gängige Prophylaxemittel sind Atovaquon/Proguanil, Doxycyclin und Mefloquin – jedes hat unterschiedliche Einnahmeschemata, Nebenwirkungsprofile und Kontraindikationen. Die Apotheke berät zu geeigneten Präparaten, die Verordnung erfolgt durch einen Arzt oder reisemedizinischen Spezialisten. Zusätzlich sind Mückenschutzmittel (DEET oder Icaridin), imprägnierte Kleidung und ein Moskitonetz essenziell.
Weitere Gesundheitsrisiken im Reiseland
Neben Impfungen und Malaria gibt es weitere reisespezifische Gesundheitsrisiken, über die die Apotheke informieren kann: Reisedurchfall (Traveller's Diarrhoea) betrifft bis zu 40 % aller Reisenden in Risikogebiete. Maßnahmen wie "Cook it, boil it, peel it or forget it", Trinken aus versiegelten Flaschen und Mitführen von Loperamid und oralen Rehydrationslösungen helfen. Höhenkrankheit bei Trekkingreisen in große Höhen kann lebensbedrohlich werden – Acetazolamid (verschreibungspflichtig) kann zur Prophylaxe eingesetzt werden.
Frühzeitig planen – mindestens 4–6 Wochen vorher
Manche Impfserien (z.B. Hepatitis A+B, Japanische Enzephalitis) erfordern mehrere Injektionen in einem zeitlichen Abstand von Wochen. Eine Gelbfieberimpfung bietet erst nach 10 Tagen sicheren Schutz. Planen Sie Ihre Reiseberatung in der Apotheke oder beim Reisemediziner mindestens vier bis sechs Wochen vor dem Reiseantritt – bei komplexen Impfprogrammen noch früher. Aktuelle Reisemedizin-Empfehlungen des Auswärtigen Amtes und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin helfen bei der Einschätzung des länderspezifischen Risikos.