Die richtige Lagerung von Medikamenten ist entscheidend für deren Wirksamkeit und Sicherheit. Abgelaufene oder falsch gelagerte Arzneimittel können unwirksam sein oder im schlimmsten Fall schädliche Abbauprodukte bilden. Wer seine Medikamente korrekt aufbewahrt, schützt seine Gesundheit und vermeidet unnötige Kosten.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum verstehen
Jedes Medikament trägt ein aufgedrucktes Verfallsdatum. Es gibt an, bis zu welchem Zeitpunkt der Hersteller die volle Wirksamkeit und Unbedenklichkeit garantiert – bei sachgerechter Lagerung in der Originalverpackung. Nach dem Verfallsdatum können Wirkstoffe chemisch abgebaut sein, sodass das Mittel nicht mehr ausreichend wirkt. Bei bestimmten Antibiotika wie Tetracyclinen können Abbauprodukte sogar nierenschädigend wirken. Im Zweifelsfall immer wegwerfen und neu kaufen oder von der Apotheke austauschen lassen.
Lagerungshinweise beachten
Der Beipackzettel enthält immer Angaben zur sachgerechten Lagerung. Die häufigsten Anforderungen sind:
- Kühl lagern (2–8 °C): Insulin, viele Augen- und Nasentropfen sowie angebrochene Antibiotika-Säfte müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Ungeöffnetes Insulin kann hingegen bei Raumtemperatur gelagert werden.
- Nicht einfrieren: Manche Medikamente dürfen trotz Kühlung nicht einfrieren – insbesondere Emulsionen und Suspensionen verändern durch Gefrieren ihre Struktur irreversibel.
- Vor Licht schützen: Nitroglycerin-Tabletten, bestimmte Antibiotika und viele flüssige Präparate sind lichtempfindlich und müssen in braunen Glasflaschen oder undurchsichtigen Behältern aufbewahrt werden.
- Trocken und unter 25 °C: Die Standardempfehlung für die meisten festen Arzneiformen wie Tabletten und Kapseln. Feuchtigkeit kann Tabletten aufweichen und die Wirkstofffreisetzung verändern.
- Vor Kindern sichern: Medikamente müssen grundsätzlich so aufbewahrt werden, dass Kinder keinen Zugang haben – am besten in abschließbaren Schränken.
Ungeeignete Aufbewahrungsorte
Das Badezimmer ist entgegen der verbreiteten Gewohnheit ein denkbar schlechter Ort für die Medikamentenaufbewahrung. Beim Duschen und Baden entstehen Temperaturschwankungen und hohe Luftfeuchtigkeit, die Arzneimittel schnell schädigen. Auch die Küche ist ungünstig – Temperaturschwankungen am Herd und Wasserdampf von kochenden Töpfen beschleunigen den Wirkstoffabbau. Besser geeignet sind:
- Ein kühler, trockener Schrank im Schlafzimmer oder Wohnbereich
- Eine verschlossene, undurchsichtige Box an einem stabilen, kühlen Ort
- Für kühlpflichtige Arzneimittel: Ein separates Fach im Kühlschrank, getrennt von Lebensmitteln
Angebrochene Packungen
Sobald eine Packung geöffnet wurde, kann sich die Haltbarkeit deutlich verkürzen. Augentropfen und Nasensprays sollten nach dem ersten Öffnen in der Regel nur noch 4–6 Wochen verwendet werden – unabhängig vom aufgedruckten Verfallsdatum. Diese Information findet sich stets im Beipackzettel unter dem Hinweis "Haltbarkeit nach Anbruch". Beschriften Sie Packungen nach dem Öffnen mit dem Datum, damit Sie den Überblick behalten.
Richtige Entsorgung abgelaufener Medikamente
Abgelaufene Medikamente gehören weder in die Toilette noch in den Ausguss – Kläranlagen können viele Wirkstoffe nicht filtern, und sie gelangen ins Grundwasser. Die bevorzugte Entsorgung erfolgt über den Restmüll (in der verschlossenen Originalverpackung) oder über die Rücknahme in der Apotheke. Viele Apotheken nehmen alte Arzneimittel freiwillig zurück und sorgen für eine umweltgerechte Entsorgung. In einigen Kommunen gibt es auch spezielle Sammelstellen an Wertstoffhöfen.
Bei Fragen zur richtigen Lagerung oder zur Haltbarkeit angebrochener Packungen steht Ihnen Ihre Apotheke jederzeit kostenlos zur Verfügung.