Erkältung, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen – alltägliche Beschwerden, die fast jeden treffen. Welche Hausmittel wirken wirklich, wann ist ein Medikament sinnvoll – und wann sollte man unbedingt zum Arzt? Die Apotheke ist die erste Anlaufstelle für kompetente Selbstmedikationsberatung.

Erkältung: Was wirklich hilft

Die Erkältung wird durch Viren (meist Rhinoviren oder Coronaviren) ausgelöst – Antibiotika sind wirkungslos und sollten nicht eingesetzt werden. Das Immunsystem muss die Infektion überwinden; Medikamente können nur die Symptome lindern und das Wohlbefinden verbessern:

  • Nasenspülung mit isotoner Salzlösung: Bewährt, nebenwirkungsfrei und gut evidenzbasiert zur Befeuchtung und Reinigung der Schleimhäute
  • Inhalation: Warmwasserdampf (ggf. mit Kamillen- oder Eukalyptusöl-Zusatz) löst Schleim und erleichtert das Atmen
  • Hühnerbrühe: Studien deuten auf leichte entzündungshemmende Effekte hin; die warme Flüssigkeit hilft außerdem bei der Hydratation
  • Abschwellende Nasensprays: Wirksam für kurzfristige Erleichterung, aber nie länger als 5–7 Tage anwenden – danach droht ein Gewöhnungseffekt (Rhinitis medicamentosa)
  • Paracetamol oder Ibuprofen: Gegen Fieber, Halsschmerzen und Gliederschmerzen; nicht prophylaktisch, sondern nur bei Bedarf
  • Hustenmittel: Schleimlösende Mittel (Ambroxol, ACC) bei produktivem Husten; hustenreizstillende Mittel (Codein, Dextromethorphan) bei quälendem, trockenem Husten

Kopfschmerzen: Ursachen und Behandlung

Spannungskopfschmerzen – die häufigste Form – entstehen oft durch Muskelverspannungen, Stress, Flüssigkeitsmangel oder Schlafmangel. Einfache Maßnahmen helfen häufig: frische Luft, ein bis zwei Gläser Wasser trinken, eine kurze Pause, Entspannungsübungen oder Pfefferminzöl auf Schläfen und Stirn auftragen (klinisch geprüft). Bei stärkeren Schmerzen wirken Ibuprofen (400 mg), Paracetamol (500–1000 mg) oder ASS (500 mg). Wichtig: Bei häufigen Kopfschmerzen (mehr als 10–15 Tage pro Monat) unbedingt einen Arzt aufsuchen, da übermäßiger Schmerzmittelgebrauch selbst chronische Kopfschmerzen ("medikamentöser Kopfschmerz") verursachen kann.

Rückenschmerzen: Bewegung statt Bettruhe

Akute, unkomplizierte Rückenschmerzen (ohne neurologische Symptome) werden am besten durch moderate Bewegung behandelt – ausgedehnte Bettruhe verlängert die Beschwerden und schwächt die Rückenmuskulatur. Lokale Wärmeanwendungen (Wärmepad, Wärmepflaster) entspannen die Muskulatur und lindern Schmerzen effektiv. Ibuprofen oder Diclofenac wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd; Diclofenac ist auch als Gel zum direkten Auftragen verfügbar. Muskelrelaxanzien (verschreibungspflichtig) können bei starken Muskelspasmen kurzfristig helfen.

Magenbeschwerden und Sodbrennen

Sodbrennen und saures Aufstoßen lassen sich mit antaziden Präparaten (Magnesiumhydroxid, Calciumcarbonat) schnell lindern. Bei regelmäßigem Sodbrennen wirken H2-Blocker oder Protonenpumpenhemmer (PPI) langfristiger – letztere sind auch rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Achtung: Häufiges Sodbrennen, das länger als zwei Wochen anhält, sollte ärztlich abgeklärt werden.

Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

  • Fieber über 39 °C oder Fieber bei Kindern unter 3 Monaten (sofortige Vorstellung)
  • Beschwerden, die trotz Selbstmedikation länger als 7–10 Tage andauern oder sich verschlechtern
  • Plötzlich einsetzende, sehr starke Kopfschmerzen ("Donnerschlagkopfschmerz") – sofortige Notaufnahme
  • Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen ins Bein, Taubheitsgefühlen oder Blasen-/Darmproblemen
  • Anhaltende Magenbeschwerden mit Gewichtsverlust, Blut im Stuhl oder Schluckbeschwerden

Ihre Apotheke berät Sie kompetent zu geeigneten OTC-Mitteln, gibt Ihnen klare Hinweise, wann ein Arztbesuch notwendig ist, und hilft Ihnen, teure oder unnötige Präparate zu vermeiden.